Fünf Hauptgründe, warumIoT Projekte in der Proof-of-Concept-Phase scheitern
Laut einer aktuellen Studie von Cisco scheitern fast 70 % der IoT und impliziten I-IoT -Initiativen bereits in der Proof-of-Concept-Phase (PoC). Diese Zahl mag hoch erscheinen, ähnelt aber den bisherigen Ergebnissen anderer neuer Initiativen wie Cloud Computing, agilen Projekten oder ähnlichen Bereichen.
Was sind die Hauptgründe für die hohe Misserfolgsrate von Projekten in der Frühphase? Ich versuche, einige Hauptfaktoren aufzuzeigen, die zu einer solchen Situation führen könnten:
- Auf den Hype-Zug aufspringen, ohne die Auswirkungen auf das Geschäft ausreichend zu verstehen:
Im Idealfall sollten die Geschäftsbedürfnisse die treibende Kraft für technologische Veränderungen sein. Die Geschäftsprozesse sollten die Technologie vorantreiben, nicht umgekehrt. Häufig lassen sich Führungskräfte jedoch vom Hype um neue Technologien mitreißen und möchten als Vorreiter des Wandels wahrgenommen werden. Sie wünschen sich, dass ihre Abteilung die edge Projekte präsentiert. In solchen Fällen werden Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit nicht ausreichend detailliert geprüft, und der Proof of Concept (PoC) beginnt mit unvollständigen Informationen. In einer solchen Situation erzielen die Beteiligten selten gemeinsame Erwartungen an die Ergebnisse. Jeder hat seine eigenen, nur in Gedanken festgehaltenen Erwartungen. Im Laufe des Projekts treten die unterschiedlichen Erwartungen zutage, was zu Konflikten führt und den Projekterfolg erheblich beeinträchtigt.
- Es wurde kein Skalierungsfahrplan erstellt
Es ist wichtig, einen Proof of Concept (PoC) durchzuführen und das Konzept zu validieren, bevor dieedgeImplementierung erfolgt. Dies hilft, das Konzept und die Akzeptanz bei den Endnutzern zu überprüfen und bietet ausreichend Raum für Feedback von den relevanten Stakeholdern. Ein detaillierter Fahrplan, der den Ablauf von Anfang bis Ende klar darstellt, ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber dennoch von Vorteil. Er verdeutlicht die Mission, verknüpft die Maßnahmen mit der Vision der Initiative und ermöglicht die Kontrolle von Zeitplan, Kosten usw. Fehlt ein solcher Skalierungsplan, entstehen im Team Verwirrung, Bedenken und Zweifel, was zu einer geringeren Einsatzbereitschaft führt.
- Fehlende Talente und Fachkenntnisse für die Umsetzung
IoT ist ein sich ständig weiterentwickelndes Konzept. Innovationen finden fortlaufend statt. Die Projektumsetzung erfordert umfassende Expertise in Technologien, die gerade erst auf den Markt gekommen sind oder teilweise noch gar nicht verfügbar sind. Es ist schwierig, die passenden Talente, Fähigkeiten und das nötige Fachwissen für solche Projekte zu finden. Referenzimplementierungen und Best Practices sind möglicherweise noch nicht ausreichend vorhanden, sodass während der Implementierung Raum für Experimente bleibt.
- Fehlende Integration und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams
IoT Projekte bestehen aus mehreren voneinander abhängigen Komponenten wie Hardware, Gerätesoftware, Protokollstapelimplementierung, gateway Systemen, Backend-Systemen, Endbenutzeranwendungen, Analysen usw. Mehrere unabhängige Teams arbeiten an diesen Komponenten, die stark voneinander abhängig sind. Sie müssen ständig perfekt zusammenarbeiten und regelmäßig präzise und klar kommunizieren. Unweigerlich kommt es jedoch vor, dass die Teamzusammenarbeit nicht reibungslos verläuft und zu unerwünschten Situationen führt.
- Veränderte Prioritäten und fehlendes Engagement des Managements
Jede Veränderung wird voraussichtlich schwierige Zeiten durchmachen. Veränderungen stoßen zwangsläufig auf internen und externen Widerstand und mitunter auch auf Kritik. In solchen Situationen ist es wichtig, dass alle relevanten Stakeholder eingebunden sind und ihre volle Unterstützung zusichern. Die entscheidende Unterstützung des Top-Managements ist in schwierigen Zeiten für den Erfolg solcher Initiativen unerlässlich. Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg, dann stellt sich das Ergebnis ein. Häufige Änderungen der Managementprioritäten führen zwangsläufig zum Scheitern.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf I IoT World und von Anil Gupta , Mitbegründer von Magnos Technologies LLP, verfasst. Er verfügt über rund 23 Jahre Erfahrung in den Bereichen vernetzte Fahrzeuge, vernetzte Geräte, eingebettete Software, Automotive Infotainment, Telematik, GIS, Energie und Telekommunikation.